VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion beider Basel
VCS / ATE / ATA

Kein Parking Kunstmuseum ohne PP-Kompensation

Die Autolobby vergisst, dass die Politik das Parking Kunstmuseum ganz bewusst wider das «Gesetz gegen den Bau von öffentlichen Autoparkgaragen in der Innerstadt» beschloss. Wer jetzt auch dagegen zetert, dass an der Oberfläche ein Teil der neuen Parkingplätze zu kompensieren sind, stellt sich gleich nochmals gegen geltendes Recht. Der Gewerbeverband Basel-Stadt stellt die Partikularinteresse einiger Gewerbler über das öffentliche Interesse in der Stadt.

In Basel gilt ein Verbot für neue öffentliche Parkgaragen in der Innerstadt unter Inanspruchnahme von Allmend. Das Parking Kunstmuseum wurde nur mit einer politischen Ausnahmeregelung möglich. Unbestritten war dabei, dass 60 Prozent der neuen Parkingplätze oberirdisch aufzuheben sind. Ohne Rücksicht auf mindestens diese gesetzliche Vorgabe, hätte das Parking die Opposition von links-grün nicht überstanden.

Lebenslängliche Parkplätze trotz mehrheitlich autofreier Haushalte?

Der Gewerbeverband verlangt mit seiner Initiative «Parkieren für alle Verkehrsteilnehmer» so viele Autoparkplätze, wie die Nachfrage es fordere. Einmal gebaute Parkplätze dürften nie mehr aufgehoben sondern müssten zwingend im Umkreis von 200 Meter ersetzt werden. Und dies, obwohl in den Parkhäusern der Stadt Hunderte öffentlicher Parkplätze leer stehen (z.B. 13:42 Uhr: 1694 freie Parkplätze, das P&R St. Jakob nicht mitgerechnet). Der öffentliche Raum würde zunehmend mit Parkplät-zen verstellt, wie damals der Barfüsser- und Münsterplatz. Mehr Parkplätze ziehen mehr Autoverkehr an, was wiederum die Forderung nach Parkplätzen verstärkt. Der Gewerbeverband will in die ‹autogerechte› Stadt der 1960er-Jahre zurück, obwohl inzwischen über die Hälfte der städtischen Haushalte autofrei ist. Die Autolobby macht Politik fürs hochmotorisierte Umland. Fordert sie demnächst den Münsterplatzparkplatz zurück?

Keine Verdichtung ohne Verkehrsreduktion

Im Laufe des Jahres dürfte Basel wieder eine Stadt mit über 200 000 EinwohnerInnen sein. Eine stadtverträgliche Siedlungsverdichtung ist nur möglich, wenn mit dem Platz sorgsam und nachhaltig umgegangen wird. Der Autoverkehr, ob fahrend oder stehend, muss dafür vom Platz hergeben, den er zunehmend unter die Räder genommen hat. Die rückwärtsgewandte Gewerbeverband-Forderung «Parkieren für alle» täuscht schlecht darüber hinweg, dass es dem – von mehrheitlich Nicht-Städtern geführten – Verband darum geht, die Platzansprüche des nicht-städtischen Autoverkehrs zu sichern.

Kontaktinformationen

Weitere Informationen: Stephanie Fuchs, Geschäftsführerin, 076 584 11 77